WIR BLEIBEN ZUSAMMEN, UND KEIN TOD KANN UNS MEHR TRENNEN

Biefwechsel zwischen Helmuth James Graf von Moltke und seiner Frau Freya
Tuerschloss  - ©:

Wir bleiben zusammen, und kein Tod kann uns trennen

Der lange Abschied einer großen Liebe

Briefe aus dem Gefängnis Tegel September 1944 – Januar 1945

Der 35 Jahre alte Jurist und Widerständler Helmuth James von Moltke wartet auf seinen Prozess vor dem Volksgerichtshof – und auf seine Hinrichtung. Während sowjetische Truppen auf seine Heimat Kreisau in Schlesien vorrücken und Weggefährten des Widerstands gehenkt werden, wechselt er täglich Briefe mit seiner Frau Freya: Es geht um ihre Liebe und die Situation in Kreisau, die Lage im Gefängnis und die Vorbereitung auf den Tod, aber auch um den Widerstand.

"Ich habe keine Furcht vor dem Tod, und ich habe animalische Angst vor dem Sterben", schreibt Helmuth James. "Ich werde alt und anders werden, deshalb muss ich Dich in mir tragen und mit Dir leben", antwortet Freya.

Anfang 2010 wurde bekannt, dass der Briefwechsel aus den letzten Wochen vor seiner Hinrichtung wie durch ein Wunder komplett erhalten ist. Die politisch und persönlich offenherzigen Briefe, die vom Gefängnispfarrer Harald Poelchau unter Einsatz seines Lebens fast täglich an der Zensur vorbeigeschmuggelt wurden, sind das aufwühlende Zeugnis einer großen Liebe in den Zeiten des unmenschlichen Terrors der Nationalsozialisten.

Zusammen mit Susanne Füller erarbeitet Andreas Erfurth ein ungewöhnliches Konzept:

Theater für die Stadt - in der Stadt, das Publikum gleichzeitig als Kunstschaffende.

Die Lesungen finden überwiegend in Kirchen und in Zusammenarbeit mit örtlichen Chören statt. So werden die persönlichen Briefe von Henry James Graf von Moltke und seiner Frau Freya in einen direkten Bezug zu unserem heutigen Wertekanon gestellt und schlagen durch die gesungenen traditionellen Kirchenlieder eine Brücke zwischen den Zeiten.

Ein ungewöhnlicher Abend der alle Beteiligten, Lesende, Chor und Zuschauer auf Menschen treffen lässt, die aus einem tiefen Moralverständnis heraus sich der Unmenschlichkeit entgegenstellen und dabei auch auf eine tiefgreifende Liebe zu einander stützen können.

Zu den Herausgebern:
Helmuth Caspar von Moltke, geb. 1937, ist der älteste Sohn von Helmuth James und Freya von Moltke.
Ulrike von Moltke, geb. 1944, ist eine Tochter des Widerständlers Hans Bernd von Haeften und war mit Konrad von Moltke, dem jüngeren Sohn von Helmuth James und Freya von Moltke, verheiratet.

Szenische Einrichtung und Realisation: Susanne Füller und Andreas Erfurth

Gelesen von: Sabine Scholze, Theresa Scholze und Andreas Erfurth


Kontakt:
NEUES GLOBE THEATER
Andreas Erfurth
Email: Erfurth@NeuesGlobeTheater.de
Tel.: +49 (0) 177 323 85 70